Chororgel der Basilika Weingarten

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Letzte Aktualisierung:
21. Januar 2012

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Pressestimmen - Margret Welsch in der Schwäbischen Zeitung


Etappenziel erreicht auf dem langen Weg zur Chororgelsanierung


WEINGARTEN(Welsch) – 114 426 Euro sind derzeit auf dem Spendenkonto zur Rettung der Chororgel in der Basilika. Grund für Oberbürgermeister Ewald Sponsoren und Förderverein mit einem Fest am Dienstag in der Akademie zu danken. Sind auch noch manche Fragen offen darunter die Finanzierung, so kommt im Jahr fünf doch Bewegung in die Sache.


Was haben sich der Förderverein für Basilikamusik und zahlreiche kleine und große Spender, die letzten vier Jahre nicht alles einfallen lassen um der maroden Chororgel, der kleinen Schwester der Gablerorgel, wieder zu Wohlklang zu verhelfen: Konto geräumt, Geldbeutel geleert, ausgemusterte Bausubstanz der Basilika meistbietend verkauft, süße Gablerpfeifen, Pfeifenbrot, Gablerwein, Gablermost und Orgelkäseröllchen an den Mann gebracht, auf Märkten mit der Spendendose geklappert, sich die Seele aus dem Leib gesungen wie die Basilikaengel, Benefizveranstaltungen gestemmt. Die Liste ließe sich fortsetzen. Und es ist der nicht unterzukriegenden Begeisterung und hohen Frustrationstoleranz der Vorsitzenden, Iris Herzogenrath, zu verdanken, Sponsoren auch auf die lange Distanz bei Laune zu halten und neue Geldquellen aufzutun. Denn trotz der stattlichen Summe von über 100 000 Euro reicht es noch lange nicht. Laut Expertenaussage werden sich die Gesamtkosten im oberen sechsstelligen Bereich bewegen. Was man auf’s Wort glaubt, wenn man den beklagenswerten Zustand des Instruments von Kirchenmusiker Stephan Debeur vorgeführt bekommt: den defekten Spieltisch, den nagenden Holzwurm, undichte, defekte Pfeifen, eine brandgefährdete Elektronik. Allen ist klar: Die Chororgel pfeift aus dem letzten Loch. Eindrücklich bringt dies ein Werbespot von Studenten der Hochschule auf den Punkt, der nächstens in den örtlichen Kinos laufen soll.

Ungeachtet der Besitzverhältnisse, die sich nach vielem Hin und Her wohl nicht mehr klären lassen, wird das Land 60% der Kosten übernehmen, sofern der restliche Geldsegen von wo anders herkommt. Der Blick von Wolfgang Peter vom Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg auf die Vorsitzende des Fördervereins war so deutlich wie sein Bericht über den Stand der Dinge erfreulich. Denn nach jahrelangem Expertenstreit und lebhafter Diskussion aller Beteiligten von Orgelsachverständigen über das Kloster bis hin zur Stadt und zum Land, der Eigentümerin der Basilika, hat man sich nun auf ein abgestuftes Sanierungskonzept geeinigt. Dies sieht die Restaurierung des vorhandenen, denkmalgeschützten Bestandes vor plus Ergänzung und Optimierung der Technik zur Verbesserung der musikalischen Qualität. Damit nicht genug, hat das Land zum Jahresbeginn einen Teilnahmewettbewerb ausgeschrieben.

Als entscheidende Weichenstellungen und wichtige Meilensteine bezeichnete Oberbürgermeister Markus Ewald die eingeleiteten Maßnahmen. Sie machten die Rettung der Chororgel realisierbar und ließen sie in greifbare Nähe rücken, wenn auch vieles noch nicht vollständig beantwortet sei, darunter die Finanzierung.

In Anbetracht der vielen Spender und Förderer, die sich der Rettung dieses sakralen, kulturhistorisch wertvollen Instruments verschrieben haben und so zahlreich der Einladung der Stadt in die Akademie gefolgt sind, sprach Prior Pater Basilius Sandner von der Benediktinerabtei gar von einem kleinen Wunder. Den Gesang der Mönche begleitet das gute alte Stück schon seit bald 300 Jahren. Und den der Gemeinde auch. Jetzt kann sie fast nicht mehr. Ächzt unter den Verschleißerscheinungen. Für die Rettung der Chororgel gibt es den Förderverein. Und der macht nach Erreichen des Etappenziels von 100 000 Euro weiter.


Alle Artikel mit freundlicher Genehmigung der Autoren! Wir danken der Redaktion der Schwäbischen Zeitung für die freundliche Bereitstellung des Artikels!

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