|
Holzwurm nagt nicht mehr lange
WEINGARTEN- Für alle Freunde der Kirchenmusik hat Weingartens Oberbürgermeister Gerd Gerber eine frohe Botschaft: Bei der Renovierung der Chororgel in der Basilika sind die größten Hürden genommen. Wenn alles nach Wunsch läuft, könnten die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im nächsten Jahr beginnen.
Somit ist abzusehen, dass der Holzwurm an diesem historischen Instrument von Joseph Gabler die längste Zeit genagt hat. Neben der Eingentumsfrage lag nach den Worten Gerbers das größte Problem darin, dass sich Denkmalpflege und Kirchenmusiker auf eine gemeinsame Linie einigen mussten: „Aus denkmalpflegerischer Sicht wäre es natürlich am besten, wenn man das Instrument möglichst originalgetreu restaurieren würde. Aber es ist nicht so einfach zu klären, wie man die späteren Einbauten und Ergänzungen historisch wertet. Andererseits muss die Orgel den kirchenmusikalischen Anforderungen im Gottesdienst und bei Konzerten gerecht werden. Ich bin sehr froh, dass die Experten hier einen Kompromiss gefunden haben, der die Basis bildet für eine Ausschreibung.“
Vier renommierte Orgelbaubetriebe werden noch in diesem Monat aufgefordert, Angebote abzugeben.
„Die Details der Sanierung können erst festgelegt werden, wenn die Orgelbauer das Instrument untersucht und ihre Vorschläge eingereicht haben“, sagt Gerber.
Er rechnet aber mit einer Entscheidung noch vor der Sommerpause. Dann wisse man auch, was dieses Projekt kostet. Gerber rechnet mit einer Summe im oberen sechsstelligen Bereich.
Nicht hoch genug einzuschätzen sei, so Gerber, dabei der Beitrag des sehr rührigen Fördervereins, der unter der Leitung von Iris Herzogenrath seit Jahren Spenden sammelt: „Dieses Signal, dass die Region hinter diesem Projekt steht, hat das Land erst mit ins Boot gebracht. Es ist schon enorm, dass in drei Jahren 74 000 Euro zusammengekommen sind.“ Das Land trage als Eigentümer der Basilika die Baulast. Allerdings konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob auch das Kloster und die Kirchengemeinde St. Martin in das Eigentum der Orgel eingebunden sind. Auch aus diesem Grund sei es sehr wichtig, dass die Kirchengemeinde in Form eines Fördervereins ihre Mitverantwortung bekunde.
Stadt bezahlte Gutachten
Die Stadt Weingarten habe bei den schwierigen Verhandlungen nicht nur eine Moderatorenrolle übernommen, sondern auch Gutachterkosten, erklärte Gerber. Die Ausschreibung erfolgt auf Basis einer Expertise, die der Orgelsachverständige Gero Kaleschke aus Speyer erstellt hat.
|