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Sanierung der historischen Chororgel
Die ersten 50 000 Euro sind zusammen
WEINGARTEN - Sie steht ein wenig im Schatten der „großen“ Gabler-Orgel: die Chororgel der Weingartener Basilika - und sie muss grundlegend restauriert werden. Mit viel Herzblut und pfiffigen Marketingideen hat der „Verein Freunde und Förderer der Musik in der Basilika“ in den vergangenen zwei Jahren weit über 50 000 Euro dafür gesammelt.
Von unserem Redaktionsmitglied Guy-Pascal Dorner
Seit dem Jahre 2000 existiert - angeregt vom Kirchenmusiker Stephan Debeur - der Verein „Freunde und Förderer der Musik in der Basilika Weingarten“. Vorsitzende ist Iris Herzogenrath, Sängerin im heuer 200 Jahre alt werdenden Basilikachor. Debeur war es auch, der vor gut zwei Jahren den Anstoß zur Aktion „Rettung Chororgel“ gab, die seitdem von der gelernten Designerin Iris Herzogenrath mit Herzblut koordiniert wird. Inspiriert wurde sie von der Spendenaktion zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Personell bildet der Basilikachor und der Verein das Rückgrat der Aktion: Es gehört für die Sänger zum guten Ton, auch Mitglied im Verein Freunde und Förderer der Musik in der Basilika Weingarten zu sein. Engagiert sind aber auch Weingartener Geschäftsleute, die Stadtverwaltung Weingarten, die Kirchengemeinde St. Martin, das Kloster Weingarten sowie viele auswärtige Freunde der Kirchenmusik.
Gutachter prüft den Zustand
Wie viel Geld nun wirklich in die Hand genommen werden muss, um die Chororgel grundlegend restaurieren zu können, ist unklar. Laut Iris Herzogenrath ist derzeit ein Gutachter am Werk, diese Frage zu beantworten. „Einen ordentlichen Haufen Geld“, ist sich Herzogenrath jedenfalls sicher und betont, dass ohne die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg wohl auch in ferner Zukunft der Holzwurm an der Chororgel nagen würde. Gemäß dem Motto „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern!“ haben Iris Herzogenrath und ihre Mitstreiter viele Aktionen gestartet: Auszubildende der Maschinenfabrik „Müller Weingarten AG“ haben verkleinerte Kopien einer Originalpfeife der Chororgel angefertigt, die bei der Kreissparkasse und beim Amt für Kultur und Tourismus (AKT) verkauft werden. Zudem gibt es in Weingartener Läden Gablerpfeifen aus Schokolade und Käse, den „Gablermoscht“, den Rotwein „Joseph Gabler“ oder Schmuck mit originalem Basilika-Kupferblech. Zudem stehen in vielen Geschäften Sammelpfeifen, mit denen um Spenden geworben wird. Hubert Köberle aus Großbaumgarten fertigt aus dem ausgemusterten Gebälk der Basilika Miniatur-Holzkreuze und Heilig-Blut-Repliken an, die zu Gunsten der Chororgel verkauft werden. Auf diese Weise sind inzwischen mehr als 50 000 Euro für die grundlegende Restaurierung der Chororgel zusammen gekommen. Dominierten anfangs Kleinstspenden in der Höhe bis zu 50 Euro, gehen inzwischen immer mal wieder auch Spendenbeträge im vierstelligen Bereich auf dem eigens dafür eingerichteten Konto ein. „Es zieht inzwischen Kreise“, freut sich Iris Herzogenrath. Auch aus den umliegenden Ortschaften kommen inzwischen zunehmend Spenden: „Die Basilika ist schließlich ein Wahrzeichen der gesamten Region“, sagt Herzogenrath. Sie hält jede Aktion mit Text und Foto fest - daraus soll abschließend ein Stifterbuch entstehen. „Denn wir wollen mit dieser Aktion auch klarstellen, dass man sich nicht entmutigen lassen darf, wenn man etwas Großes vorhat“. Laut Herzogenrath zeigt die Aktion auch, wie sehr die Menschen in und um Weingarten mit ihrer Heimat und der Basilika verbunden sind. Und vor allem: was ein gut funktionierendes zwischenmenschliches Netzwerk erreichen kann. Deshalb ist Herzogenrath motiviert genug: „Wir machen weiter, bis genügend Geld zur Restaurierung der Chororgel vorhanden ist.“
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