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Dankefest des Fördervereins zur Rettung der Chororgel in der Basilika Weingarten
Sie pfeift aus dem letzten Loch
Sie pfeift aus dem letzten Loch, hat einen defekten Spieltisch und marode Pfeifen und solche, die gar nichts mehr von sich hören lassen, während andere am Wurmbefall leiden. Die Rede ist von der Chororgel in der Weingartener Basilika, die 1739 bis 1743 von Joseph Gabler gebaut wurde, aber seitdem viele Veränderungen erfahren musste. Inzwischen ist sie in einem so unerfreulichen Zustand, dass Organist Stephan Debeur beim Orgelspiel mit ihr große Mühe hat. Vor dem Dankefest in der Akademie der Diözese führte er Interessierte, Förderer und Presse in das Innere der Chororgel, die ja schon immer etwas im Schatten der großen Gabler-Orgel gestanden hat.
Debeur informiert hier über alten und neueren Bestand der Pfeifen, wobei man noch den sehr solide gebauten Prinzipalbass von Gabler bestaunen, aber auch sich davon überzeugen konnte, wie feuergefährlich die elektrische Installation hinter dem vielbewunderten Chorgestühl von J. A. Feuchtmayer verlegt ist. Am Spieltisch ließ der Basilika-Organist die Mängel noch deutlicher werden, indem er so manches Register zog und doch beim Tastenruck kein Ton erklang. Abhilfe ist also höchst notwendig.
Dafür hat sich der Förderverein „Freunde und Förderer der Musik in der Basilika Weingarten“ unter der engagierten Federführung von Iris Herzogenrath zum besonderen Anliegen gemacht, für die Renovation eine großangelegte Sammelaktion zu starten. Nun hat sie Förderer und spendenfreudige Geschäftsleute von Weingarten in den Festsaal der Akademie für ein „Dankefest“ geladen und in ihrem Bericht dargelegt, dass seit den vier Jahren 114 425 Euro aus 1000 Kleinspenden zusammengekommen sind. Das ergab sich aus den verschiedensten Sammelaktionen, angefangen vom Gablermost, Gablerwein, Käsepfeifen, Orgelröllchen bis hin zum selbstgeschnitzten Kruzifix und Buchverkauf wie auch großzügigen Geldspenden. So hat auch der Basilikachor „Engel“, der den Festakt musikalisch umrahmte, 4000 Euro bei den verschiedensten Anlässen ersungen.
Pater Basilius Sandner von der Abtei bedankte sich im Namen des Klosters. Von einem Aufruf Moses ausgehend, betrachtete er diese Rettungsaktion als kleines Wunder. Den Mönchen ist natürlich in besonderer Weise gedient, als sie dann wieder zu einer zuverlässigen Orgelbegleitung ihren gregorianischen Choral anstimmen können.
Vom Land Baden-Württemberg aus Stuttgart angereist, ging Wolfgang Peter zunächst auf die Besitzverhältnisse der Orgeln ein, die das Land letztendlich veranlassen, 60 Prozent der Renovationskosten zu übernehmen, wobei eine völlig neue Orgel nicht in Frage kommt. Die Renovationskosten liegen wohl zwischen 500 000 und 800 000 Euro. Wie sich das Land schon bei der sehr aufwändigen Kuppelrenovierung für die Basilika eingesetzt hat, engagiert es sich auch für eine befriedigenden Sanierung der Chororgel, denn bereits am 30. Dezember 2008 ist eine Ausschreibung zur Renovation im Staatsanzeiger erfolgt.
Auch Weingartens Oberbürgermeister Markus Ewald meinte, dass mit dem Erfolg dieser Spendenaktion die Rettung der Chororgel näher gerückt sei und auch die Stadt das Ihre dazu beitragen werde. Als Dank und Abschluss des Festes bei Käse, Brot und Wein erfreute Stephan Debeur die geladenen Gäste noch mit Orgelspiel auf der großen Gabler-Orgel.
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