|
1722, zwei Jahre vor der feierlichen Einweihung der Basilika wurde der Auftrag für die Chororgel an Joseph Bossart aus dem wohl bedeutendsten schweizerischen Orgelbauergeschlecht aus Zug vergeben, von dem mehrere Orgeln bekannt waren.
Bereits 1730 war die Chororgel reparaturbedürftig geworden, sie galt als „verfault“ und „verderbt.“
Daraufhin berief der frisch gewählte Abt Alphons Jobst (1684-1738) den jungen Orgelmacher Joseph Gabler, der gerade an der großen Orgel in Ochsenhausen zugange war, zu einer Begutachtung der Chororgel. Joseph Gabler erhielt den Auftrag zur Reparatur der Chororgel. Er konnte den Weingartener Konvent dermaßen von seinen fachlichen Qualitäten als Orgelbauer überzeugen, dass er 1737 den Auftrag zum Bau der Hauptorgel und den des Neubaus der Chororgel erhielt. 1743 war Gabler mit der Chororgel fertig, sie hatte 22 Stimmen mit 2222 Pfeifen. Er erhielt dafür 666 Gulden. Das Gehäuse, über dem Chorgestühl aufgestellt, wurde unter Leitung von Simon Feuchtmayer aus Salem vom Klostertischler Joseph Koch angefertigt; die Fassmalereien von Br. Franz Heine.
Es folgten weitere Reparaturen:
- 1838/39
- 1845 durch Marquart
- 1867 Orgelbauer Wilhelm Blessing
- 1881 Johann Baptist Schefold (Biberach)
- 1885 - 90 Regelmäßige Wartung der Orgel durch die Gebrüdern Link (Giengen)
- 1900 Neubau der Chororgel unter Verwendung des alten Pfeifenwerks durch Julius Schwarzbaur, Mindelheim.
- 1902 Abschluß eines Wartungsvertrages mit Schwarzbaur; die Größe der Orgel wird mit 24 Registern angegeben.
- 1923/24 Kurz nach der Wiedererrichtung des Benediktinerklosters erstellt die Firma Gebr. Späth in Ennetach eine quasi neue Chororgel mit zwei Manualen und 36 Registern unter Verwendung alter Teile.
- 1932 Auf Betreiben von Pater Winfred Ellerhorst entfernt Albert Reiser (Biberach) etliche Register und baut dafür sieben neue ein.
- 1934-37 Bau einer quasi neuen Chororgel nach Pater Winfred Ellerhorst durch die Firma Reiser.
- vor 1966 Einbau einer Großmixtur auf Veranlassung von Pater Gregor Klaus.
- 1968 Reparatur durch Reiser
- 1980 Reparatur durch Reiser
Der Prospekt der Chororgel mit dem 15-chörigen Choralbaß zu beiden Seiten des Gestühles ist heute noch erhalten.
Quelle: Johannes Mayr - Joseph Gabler - Orgelmacher (Biberacher Verlagsdruckerei) und Stadtarchiv Weingarten
|